Ein altes Dokument

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Aktuelle Dokumente zum ehemaligen Preßwerk Ottendorf-Okrilla gibt es nicht, als Schriften existieren nur die Schmierereien an der Fassade des alten, verfallenden Verwaltungsgebäudes. Manchmal tauchen aber verschollen geglaubte Papiere aus längst vergangenen Zeiten auf, wie eine Verordnung aus dem Jahr 1979, die hier als Blätterkatalog zu lesen ist.

 



Das Zukunftskonzept

03-pwo2017Neuigkeiten über das dem Verfall preisgegebene Gelände des ehemaligen Preßwerkes gab es in den letzten zwei Jahren kaum. Der Sächsischen Zeitung war die Ortsentwicklung in Ottendorf-Okrilla jetzt wieder einmal fast eine ganze Seite wert, im Lokalteil, also der Rödertalausgabe vom 17. Juni 2017.

SZ-Artikel aus Urheberrechtsgründen unleserlich
SZ-Artikel aus Urheberrechtsgründen unleserlich

Im “Konzept für die Zukunft” taucht das alte Betriebsgelände auf. Unter dem Bild, welches einen Teil der Front es abgebrannten Verwaltungsgebäudes zeigt, steht in der Bildunterschrift “Das ehemalige Presswerk Ottendorf” und weiter im Text (Zitat): “Auf dem Gelände an der Dresdner Straße 43 – 45 gab es viele Unternehmen. So war hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Glaswerk angesiedelt, bis 1990 der VEB Presswerk Ottendorf, der Bauteile für die Elektroindustrie produzierte. Die heutigen Industriebrachen wurden nach der Wende von einer Kunststofftechnik-Firma übernommen, die das Gelände 2004 aber aufgegeben hat. …. Ein bisher ungeklärter Brand vor drei Jahren sowie Vandalismus verschlimmerte den Zustand. Die Gemeinde plant, die Ruinen komplett zurückzubauen und das Areal für eine Wiederbebauung herzurichten. Auf der Fläche soll sich dann Gewerbe ansiedeln.”

Es ist immer wieder erstaunlich, wie man in einem Zeitungsbericht auf so wenigen Zeile eine solch große Anzahl von Fehlern einbauen kann. Nach neuer deutscher Rechtschreibung ist “Presswerk” zwar richtig, nur der Betriebsname war “VEB Preßwerk Ottendorf-Okrilla”. Bauteile für die Elektroindustrie wurden bis 1990 mit Sicherheit nicht hergestellt, wie man auf dieser Seite leicht in Erfahrung bringen kann. Bei der Eingabe von ‘Preßwerk Ottendorf-Okrilla’ oder auch ‘Presswerk Ottendorf-Okrilla’ in eine der bekannten Suchmaschinen wird diese Website gleich an erster Stelle (Google) angezeigt. Man müsste also für seinen Zeitungsartikel nur mal ein bisschen recherchieren.

2004 wurde der Betrieb vom damaligen Eigentümer, der Firma Kunststofftechnik Sachsen, tatsächlich aufgegeben. Das klang damals allerdings noch ganz anders, wie man im Artikel ‘Weggestorben’ nachlesen kann. Im Jahr 2013 gab es Pläne für ein Einkaufszentrum auf dem Gelände. Die waren dann offensichtlich schnell wieder vom Tisch. Abgerissen werden sollten die Ruinen auch schon, doch fehlte es der Gemeinde trotz 90% Fördermittel am Geld für den Eigenanteil, wie die SZ in einem Artikel vom 30. September 2014 schrieb. Aber vielleicht stimmt diese Aussage auch nicht (mehr)?

Zu klären wären allerdings noch die Besitzverhältnisse. Wem gehören denn die Ruinen? Auch dazu gab es schon Ausführungen in der SZ.

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Mit meinen Prognosen lag ich bisher immer richtig. In den letzten fünf Jahren gab es wiederholt Überlegungen, wie der ‘Müllhalde Preßwerk’ beizukommen sei. Passiert ist nichts. Oder doch? Richtig, die Natur holt sich ihr Reich zurück. Auf dem Innenhof vor dem Verwaltungsgebäude wächst schon ein richtiger kleiner Wald. Mein Vorschlag: Geben wir der Natur noch einige Jahre Zeit, dann ist dieser Schandfleck von allein verschwunden. Oder zumindest nicht mehr sichbar.

Film: Abriss des Schornsteins

Im Nachlass des Initiators dieser Website befand sich eine Videokassette aus dem Jahr 1991 mit der Beschriftung: „Abriß des Schornsteins“, die sich leider nicht mehr abspielen ließ. Quelle und Autor des Filmmaterials sind mir nicht bekannt.

Einen Teil des Films konnte ich jetzt doch noch „retten“ und digital aufbereiten. Auch wenn die Qualität des Clips schlecht ist, so zeigt er doch einige interessante Details:

  • die Arbeiten beim Abriss des etwa 50 Meter hohen Schornsteins,
  • einen Blick von oben auf das damals noch intakte Firmengelände und vor allem
  • einen kurzen Blick aus der Vogelperspektive auf das im Jahr 1991 noch nicht erschlossene heutige Gewerbegebiet (ganz am Ende des Filmausschnitts).


Ein Ort voller Ampeln und Ruinen…

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…diesen Eindruck bekommen viele Pendler in die Landeshauptstadt, wenn sie durch Ottendorf-Okrilla fahren und die Brandruine des ehemaligen Preßwerks sehen. Die Sächsische Zeitung widmete in ihrer Ausgabe „Rödertal“ vom 30. September 2014 mehr als eine halbe Seite Text – und ein großes Bild vom ausgebrannten Dachgeschoss des Verwaltungsgebäudes – dem früheren Produktionsbetrieb.

Trotz Untersuchungen durch die Kriminalpolizei ist die Brandursache noch ungeklärt. Ebenso die Frage nach der Zukunft des Geländes. Die Ansiedlung eines Einkaufszentrums bleibt offensichtlich Illusion, der Abriss ist laut Zeitungsbericht durch die Gemeinde nicht zu finanzieren. Obwohl es in einem Förderprogramm 90% Zuschuss für den Abriss solcher „Altlasten“ gibt, wenn das Gelände danach zehn Jahre nicht mehr bebaut wird, kann die Gemeinde Ottendorf-Okrilla 10% Eigenanteil nicht aufbringen. Trotz des unmittelbar angrenzenden Gewerbegebietes, welches in den 1990’er Jahren errichtet wurde und zu den größten in Sachsen gehören soll, ist die Gemeinde verschuldet und sieht primär wichtigere Aufgaben als den Abriss der maroden Gebäude. Wichtigere Aufgaben gibt es zweifellos. In erster Linie wäre auch der Besitzer der Immobilie für deren Zustand verantwortlich. Nur wo ist der?

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Wer kein Abonnent der Sächsischen Zeitung ist oder die Ausgabe „Rödertal“ vom 30.09.2014 nicht verfügbar hatte, könnte den Artikel auch im Internet lesen. Unter der Adresse sz-online.de und der entsprechenden Regionalausgabensuche bekam ich allerdings heute früh nur einen Datenbankfehler, später zwar Zugang, konnte aber lediglich den Anfang des Artikels lesen und scheiterte dann an der „Bezahlschranke“.

Abgebrannt

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In der Nacht vom 06.09.2014 zum 07.09.2014 vernichtete ein Großbrand Teile des Verwaltungskomplexes des ehemaligen Preßwerkes Ottendorf-Okrilla. Nach einem Notruf rückten die Feuerwehren der Gemeinde aus und fanden zunächst einen Brandherd im Obergeschoss des direkt an der Dresdner Straße stehenden Gebäudes. Trotz umgehend eingeleiteter Feuerbekämpfung griff der Brand auf das Dach über und vernichtete den gesamten Dachstuhl. Später fielen auch Teile der beiden unmittelbar daneben stehenden Gebäude den Flammen zum Opfer. Zum Glück wurden alle angrenzenden Grundstücke verschont. Die Feuerwehren mussten noch bis in den Sonntag hinein die letzten Brandnester bekämpfen. Ob Brandstiftung vorliegt, wird derzeit untersucht.

Die folgenden Bilder zeigen den Zustand der Gebäude, soweit diese von öffentlich zugänglichen Stellen einsehbar sind.

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Zwei Links zu einer Ottendorfer Facebookseite zeigen Bilder vom Brand bzw. den Löscharbeiten: Foto1Fotos2. (leider zwischenzeitlich nicht mehr verfügbar – September 2015)

Weggestorben

sz2004-klein„Leben lassen statt Wegsterben“, so lautete die Schlagzeile in einem Artikel der Sächsischen Zeitung vor genau 10 Jahren am 30. Juli 2004. In diesem Artikel (siehe Foto – aus Urheberrechtsgründen unlesbar gemacht) heißt es dann weiter, Zitat: „Der bevorstehende Umzug der Kunststofftechnik Sachsen von Ottendorf nach Pirna bewegt die Gemüter. Allerdings zerstreut KTSN-Geschäftsführer Reinhard Lietzmann die Sorge vor einer Industriebrache an der B97.

‚Wir mussten unsere Betriebstätigkeit verlagern, um wettbewerbsfähig zu bleiben‘, sagt Lietzmann. …Doch was wird aus Ottendorf-Okrilla? … Lietzmann…‘Wir bemühen uns, den Standort nicht verdörren zu lassen‘… Es werde nichts veräußert, keine Tür zugeschlagen. Pläne existierten, das Gelände nach dem Umzug weiter für die Produktion zu nutzen. … Natürlich gäbe es bisher keine Zahl, wie viele Arbeitsplätze in Ottendorf bestehen bleiben werden, sagte Lietzmann. Fast alle derzeit angestellten KTSN-Beschäftigten verlegen ihren Arbeitsplatz wie geplant nach Pirna. Bürgermeister M… ist auf jeden Fall erleichtert über die Aussage … ‚Ich höre das mit einiger Befriedigung‘, sagte er gestern. Die avisierte Lösung sei besser als die Aussicht, dass ‚etwas ganz wegstirbt.‘…“ – Zitatende.

Zehn Jahre später können wir zwei Tatsachen bestätigen und eine Zahl nennen (fett im Text hervorgehobene Passagen).

Verdörren“ musste der Standort nicht. Ganz im Gegenteil: Auf dem Werksgelände wachsen Bäume, das Unkraut sprießt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Natur das ehemalige Werksgelände zurückerobert hat.

Es wurde auch „keine Tür zugeschlagen“. Geht gar nicht, die Stahltore wurden alle ausgebaut und wahrscheinlich zum Schrottpreis verhökert, wie auch alles andere was sich noch zu Geld machen ließ.

Die Anzahl der Arbeitsplätze, die erhalten werden konnte, stand bereits im folgenden Jahr (2005) fest. Es waren ganz genau 0 (Null).

Was bleibt? Die Industriebrache, die man so gar nicht haben wollte und einige Abzeichen, die man heute bei ebay für wenig Geld ersteigen kann.


Abzeichen1     Abzeichen2
 

 

Ein Brand und viele Verbotsschilder

Brand im PWO

In der Nacht vom 22.03. zum 23.03.2014 brannte es auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Preßwerkes. Es wird über Brandstiftung spekuliert. Nach Angaben der Sächsischen Zeitung brannte es im Keller – was immer auch darunter zu verstehen sein mag – und im ehemaligen Kindergarten. Das Bild zeigt Brandspuren aus dem großen Gebäude am früheren Betriebskindergarten. Die Dresdner Straße musste wegen der Löscharbeiten der Feuerwehr für Stunden gesperrt werden. Neun Fahrzeuge der Feuerwehr waren im Einsatz. Zur Schadenshöhe konnten keine Angaben gemacht werden, da es sich laut Polizeisprecher um „ungenutzte Abrisshäuser handele“. Die Brandursache wird durch die Polizei untersucht.

Zwischenzeitlich hat die Gemeindeverwaltung Ottendorf-Okrilla mehrere Schilder am mehr oder weniger maroden Zaun des Geländes anbringen lassen, die das Betreten untersagen (sollen). Das große Eingangstor neben dem alten Pförtnerhaus ist allerdings weit geöffnet. Es ist zu bezweifeln, dass sich Eindringlinge durch die Schilder davon abhalten lassen, das Gelände zu betreten.

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Update 21. April 2014:  Zwischenzeitlich wurden die Tore mit Ketten verschlossen, auch die offenen Durchgänge am ehemaligen Kindergarten:

Tor verschlossen Tor verschlossen

Update September 2018: Das Haupteingangstor (siehe Fotos darüber) steht wieder offen!